Zittern bis zum Schluss
Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen empfing die Eintracht heute auf dem Göldner den Gast aus Weimar. Ohne die beruflich verhinderten Maik Piesche und Florian Schrötter wollten unsere Jungs Revanche für das Pokal-Aus im Vorjahr nehmen und mit einem Sieg den Anschluss an die Tabellenspitze wahren.
Nach einer ganz kurzen Abtastphase zeigte die Eintracht, wer Herr im Hause ist. Quasi im Minutentakt brannte es vor dem Tor von SC-Keeper David Schmitt. Erst entschärfte er eine direkte Ecke von Axel Duft (4.), dann stand ihm ein Abwehrbein zur Seite als Kevin Schenke ihn bereits umlaufen hatte (5.). Einen Freistoß von Axel Duft konnte er nicht richtig festhalten, die folgende Ecke verpasste Martin Rießland freistehend am zweiten Pfosten nur um Haaresbreite (6.). Das erste offensive Achtungszeichen der Gäste setzte Stefan Gehre mit einem Schuss aus 18 Metern (9.). Das Tor fiel aber - verdientermaßen - auf der anderen Seite. Axel Duft spielte einen wunderschönen Traumpass auf den startenden Sebastian Caspar und der spitzelte das Leder über Schmitt hinweg in die rechte Ecke (11.). Es war bereits das 7. Saisontor für das Torgespenst.
Nur zwei Minuten später hätte Martin Rießland nachlegen können, aber er traf den Ball nach einer scharf geschlagenen, gefährlichen Ecke von Axel Duft nicht richtig (13.). Der Gastgeber hatte die Partie völlig im Griff und durch Kevin Schenke nach 28 Minuten eine weitere gute Chance. Doch wie aus dem Nichts stellten die Weimarer die Partie völlig auf den Kopf. In der 37. Minute erreichte ein feiner Diagonalpass den rechts durchstartenden Daniel Romstedt. Der flankte flach in die Mitte, wo Stefan Gehre aus Nahdistanz unbedrängt einnetzen durfte. Doch damit nicht genug. Keine 60 Sekunden später ließ die Eintracht René Buschmann bei einer Freistoßflanke ganz allein und der bedankte sich artig mit dem unverdienten Führungstreffer (38.). Die Mannschaft von Thomas Stang war geschockt. Hätte Daniel Menzel in der 42. Minute nicht herausragend gegen den völlig freien Stefan Gehre pariert, wäre der Rückstand zur Pause noch höher gewesen.
Nach dem Seitenwechsel übernahm die Eintracht aber sofort wieder die Initiative. Allerdings führte der schöne Doppelpass der starken Sebastian Caspar und Axel Duft nicht zum Erfolg (47.). Auf der Gegenseite ging es nach einem Eckball chaotisch im Strafraum zu, doch der SC Weimar konnte die Unordnung in der Sondershäuser Hintermannschaft nicht nutzen (49.). Der verdiente Ausgleich gelang Axel Duft mit einem direkten Freistoß aus 18 Metern. David Schmitt war wohl von den auf die Torlinie zurückeilenden Mitspielern irritiert und blieb wie angewurzelt stehen, als das Leder flach in der Mitte des Tores einschlug (51.). Jetzt war wieder Zug im Spiel der Eintracht. Sebastian Caspar hatte die erste Chance zur erneuten Führung, seine feine Direktabnahme aus der Drehung zischte aber am rechten Pfosten vorbei (54.). Ganz viel Pech hatte Axel Duft mit einem fantastischen Lupfer nach Pass von Sebastian Caspar. Der Ball klatschte an den rechten Innenpfosten und sprang von dort zurück ins Feld (59.). Drei Minuten später war es dann aber soweit. Wieder hatte sich Caspar links durchgesetzt, er flankte maßgenau auf den Kopf seines lauffreudigen Stürmerkollegen Kevin Schenke und der ließ Schmitt überhaupt keine Chance (62.).
Die Gäste steckten in Anbetracht des Rückstandes aber nicht auf und hielten körperbetont dagegen. Besonders viel Gefahr für das Tor von Daniel Menzel sprang allerdings nicht dabei heraus. Erst bei einem Freistoß von Stefan Winterkorn musste er wieder ernsthaft eingreifen (72.). Die besseren Chancen hatte weiter die Eintracht. So zum Beispiel in der 79. Minute, als Sebastian Caspar den Weimarer Torwart umspielte und auf Cornelius Brack zurücklegte. Der wurde bei seinem Schuss in letzter Sekunde abgeblockt. Dann versuchte es Caspar wieder einmal selbst, scheiterte aber an Schmitt (84.). Natürlich boten sich gegen aufrückende Gäste nun Kontergelegenheiten. Die Beste hatte Peter Thurnbacher in der 88. Minute. Er lief allein auf das Tor zu, doch anstatt selbst den Abschluss zu suchen legte er quer zu Kevin Schenke. Der traf zwar das Tor, stand aber im Abseits. So blieb es spannend, bis die fast vier Minuten Nachspielzeit zu Ende waren. Auch der in den Schlusssekunden mitstürmende David Schmitt konnte die Niederlage seiner Mannschaft nicht mehr verhindern.
Der Sieg der Eintracht war verdient, auch wenn gegen Ende der Halbzeit um ein Haar das 1:3 gefallen wäre. Man hätte die Partie schon vor dem 1:1 für sich entscheiden können. Am Ende zählen aber nur die drei Punkte, die die Eintracht nun auf den zweiten Tabellenplatz bringen.
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