: : Landesliga Thüringen 2009/2010 - 10. Spieltag
 
 

3

Sondershausen
24.10.2009, 14:00 Uhr

Zuschauer
400 (ca. 50 Gäste)

Schiedsrichter

Swen Eichler
Kenneth Lautenbach
Uwe Coccejus

2
 
  0 : 1 Steffen Scheidler (17.)
Sebastian Caspar (26.) 1 : 1  
Martin Rießland (41.) 2 : 1  
Sebastian Caspar (59.) 3 : 1  
  3 : 2 Tony Schnuphase (61.)
 
keine
 

 : : Aufstellungen
 
Daniel Menzel     Rainer Behnke
Sebastian Treuse     Tino Gerke
Daniel Rasch (MK)     Kevin Holland-Moritz
Lars Plachy     Ronny Ronis
Cornelius Brack (88. Peter Thurnbacher)   Tony Schnuphase (MK)
Martin Rießland (72. Maik Piesche)     Jan Schmidt (58. Patrick Leinhos)
Sebastian Caspar     Tobias Müller (72. Christian Hatzky)
Axel Duft     Steffen Scheidler
Kevin Schenke Christian Heim
Patrick Rothe (76. Florian Schrötter)     Marty Jung
Marcel Wattrodt   Michael Habichhorst
Trainer: Thomas Stang     Trainer: Holger Bühner

 

 : : Spielbericht von Steffen Kliebisch

Spannung pur im Spitzenspiel

Eintracht Sondershausen gegen Wacker 03 Gotha - Erster gegen Zweiter. Immerhin 400 Zuschauer wollten das Spitzenspiel der Landesliga auf dem Göldner sehen und der Großteil von ihnen dürfte das Kommen nicht bereut haben. Erleichtertes Aufatmen gab es vor dem Spiel auf beiden Seiten. Denn sowohl Eintracht's Goalgetter Sebastian Caspar als auch Gotha's Kapitän Tony Schnuphase konnten nach überstandenen Verletzungen von Beginn an spielen.

Man merkte den Mannschaften in der Anfangsphase den gegenseitigen Respekt an. Die Strafräume blieben in der Auftaktviertelstunde meist außen vor, fast alles spielte sich im Mittelfeld ab. Erst nach 15 Minuten gab es eine erste kleine Torgefahr, als Kevin Schenke eine Ecke von Axel Duft knapp verpasste. Man hatte zu diesem Zeitpunkt nicht das Gefühl, als würde ein Tor in der Luft liegen. Gefallen ist es trotzdem. Nach einem weiten Abschlag von Rainer Behnke unterlief Cornelius Brack den aufsetzenden Ball und der pfeilschnelle Steffen Scheidler war allein durch. Diese Einladung nahm er frei vor Daniel Menzel dankend an und vollstreckte eiskalt ins rechte Eck (17.). Ein Tor, das dem Spiel sicherlich gut tat. Denn jetzt musste die Eintracht konsequenter den Vorwärtsgang suchen. Die Deckungsarbeit durfte sie dabei freilich nicht vernachlässigen, denn die Gothaer hatten mit Steffen Scheidler einen ständigen Unruheherd in ihren Reihen. Zweimal tankte er sich über rechts durch, doch beim ersten Mal klärte Lars Plachy mit all seiner Routine, dann stoppte Daniel Rasch den gefährlichen Angreifer mit fairen Mitteln. Es dauerte nicht lange, bis sich die Eintracht von dem Rückstand erholt hatte. Und so kam sie auch schnell zum Ausgleich. Als die Gothaer Hintermannschaft mit einem direkten Freistoß von Cornelius Brack rechnete, streichelte Axel Duft den ruhenden Ball sanft in den Strafraum, wo Sebastian Caspar per Kopf Rainer Behnke aus Nahdistanz überwinden konnte (26.). In einer fairen, ausgeglichenen Partie erkämpften sich die Hausherren mit fortlaufender Spieldauer mehr und mehr Spielanteile. Vier Minuten vor der Pause folgte die Belohnung. Kevin Schenke schlug eine Ecke an den kurzen Pfosten. Daniel Rasch verlängerte den Ball geschickt mit dem Hinterkopf und Geburtstagskind Martin Rießland machte sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk und nickte aus 3 Metern ein (41.). Diese knappe Führung hatte bis zum Pausenpfiff bestand, weil Marty Jung bei seinem Schuss aus der Drehung wegrutschte und der Ball so nicht den Weg ins Sondershäuser Tor finden konnte (43.).

Nach dem Wechsel war es dann wieder Steffen Scheidler, der für die ersten Akzente sorgte. Bei beiden Anläufen in der 49. und 51. Minute fand er allerdings in Daniel Menzel seinen Meister, der vor allem im zweiten Versuch herausragend parierte, nachdem Scheidler seinem Gegenspieler Sebastian Treuse entwischt war. Wer seine Chancen nicht nutzt... diese Erfahrung musste dann auch die Wacker-Elf machen. In der 59. Minute spielte Axel Duft einen feinen Pass in den Lauf von Sebastian Caspar und der machte es ganz edel - saubere Ballannahme, Kopf hoch, Schlenzer ins rechte Eck. Viel schöner geht es nicht! Lange hielt der Jubel aber nicht, denn Gotha kam postwendend zum Anschlusstreffer. Der Freistoß-Pfiff von Schiedsrichter Swen Eichler war zwar äußerst diskussionwürdig, der folgende Schuss von Tony Schnuphase dafür aber sehr sehenswert. Er schlenzte das Leder maßgenau ins rechte Eck (61.). Der Boden für eine spannende Schlussphase war bereitet. Die Eintracht stemmte sich mit Leidenschaft, Herz und großem Einsatz gegen die Gothaer Angriffe und suchte selbst im Vorwärtsgang die Entscheidung. Die wäre Marcel Wattrodt beinahe auch gelungen, sein toller Schuss aus 25 Metern strich aber knapp am rechten Pfosten vorbei (70.). Während auf der Gegenseite ein Kopfball von Ex-Eintrachtler Tino Gerke noch nicht die ganz große Gefahr ausstrahlte (78.), stockte den Zuschauern vier Minuten vor dem Ende der Atem. Tony Schnuphase kam 10 Meter vor dem Tor aus halblinker Position zum Schuss und schlenzte das Leder um Zentimeter am Tor vorbei (86.). Es sollte die letzte Gothaer Chance gewesen sein. Geschickt verteidigte die Eintracht die Führung und hatte durch Kevin Schenke selbst noch einmal eine Torgelegenheit. Der junge Stürmer zielte aus 16 Metern aber neben den Kasten (88.).

Nach zwei Minuten Nachspielzeit war dann Schluss und der Jubel bei den Gastgebern kannte keine Grenzen. Sie hatten in einem ausgeglichenen, echten Spitzenspiel nicht unverdient gewonnen. Die Jubelgesänge hallten aus der Kabine durch die halbe Stadt. Diese Mannschaft macht einfach Spaß. Sie steht unerwartet an der Spitze der Tabelle und hat sich die Standing Ovations von der Tribüne redlich verdient.

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 : : Fotos von Jens Ortschig