: : Landesliga Thüringen 2009/2010 - 30. Spieltag
 
 

6

Sondershausen
29.05.2010, 15:00 Uhr

Zuschauer
296 (ca. 5 Gäste)

Schiedsrichter

Carsten Östreich
Daniel Adam
Sven Poschart

3
 
Felix Bertram (4.) 1 : 0  
  1 : 1 Christian Gerold (6.)
Cornelius Brack (12.) 2 : 1  
Kevin Schenke (17.) 3 : 1  
  3 : 2 Christian Gerold (20. / Foulelfmeter)
Peter Thurnbacher (28.) 4 : 2  
Kevin Schenke (36.) 5 : 2  
Sören Kraft (88.) 6 : 2  
  6 : 3 Dominik Kurz (90.)
 
Jan Funk (Weida) hälte einen Elfmeter von Kevin Schenke (85.)
 

 : : Aufstellungen
 
Daniel Menzel (43. Christoph Sternadel)     Jan Funk (85. Michael Ernst)
Daniel Rasch (MK)     Benjamin Liebold
Cornelius Brack     Felix Theileis
Felix Bertram (15. Stephan Ludwg)     Maximilian Recke
Axel Duft (75. Sebastian Treuse)     Mario Wannitschka
Peter Thurnbacher     Christian Gerold
Sören Kraft     Paul Plötner (66. Eduard Heier)
Kevin Schenke     Kai Schumann
Maik Piesche     Sven Otto (MK)
Patrick Rothe     Dominik Kurz
Marcel Wattrodt     Sebastian Görler
Trainer: Thomas Stang     Trainer: Bert Ullrich

 

 : : Spielbericht von Steffen Kliebisch

Meisterfeier und Torfestival

Auf dem Sondershäuser Göldner sah man - zumindest bei den Einheimischen - ausschließlich entspannte Gesichter. Kein Wunder, denn bereits am vergangenen Montag wurde mit dem Auswärtssieg in Schmölln die zweite Landesmeisterschaft unter Dach und Fach gebracht. Und da es auch für die bereits als Absteiger feststehenden Weidaer um nichts mehr ging, stand einem entspannten Nachmittag auch nichts mehr im Wege. Die eigentlich für vor dem Anpfiff geplante Meisterehrung durch die Vertreter des Thüringer Fußballverbandes Dr. Wolfhardt Tomaschewski (Vizepräsident), Gerald Rössel (Vorsitzender Spielausschuss) und Ulrich Hofmann (Staffelleiter) wurde dann doch kurzfristig noch auf nach Spielende verschoben - eine gute Entscheidung. So hatten die G-Junioren der Eintracht und ihre Altersgenossen vom VfB Oberröblingen mehr Zeit, sich auf dem Göldner-Rasen auszutoben. Das bessere Ende hatten hier die Gäste.

Ohne den verletzten Torjäger Sebastian Caspar wollte die Eintracht gegen das Schlusslicht noch einmal einen überzeugenden Heimsieg einfahren. Und da beide Teams mit offenem Visier agierten, wurde es eine sehr ansehnliche, zuschauerfreundliche Partie. Vor allem im ersten Spielabschnitt wurden die knapp 300 Besucher mit reichlich Toren beschenkt. Den Auftakt machte Felix Bertram schon nach 4 Minuten. Nach einem Solo von Kevin Schenke nahm er das Leder volley und ließ Jan Funk keine Chance. Nur 2 Minuten später allerdings schlugen die Gäste zurück. Christian Gerold nutzte eine Lücke im Sondershäuser Abwehrverbund und überwand Daniel Menzel (6.). Es folgte ein bitterer Moment für den Schützen des Führungstores. Beim Versuch, einen Ball noch vor der Torauslinie zu erreichen, stürzte Felix Bertram unglücklich und brach sich die Hand. Noch bevor Stephan Ludwig für ihn eingewechselt werden konnte, brachte Cornelius Brack die zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl spielenden Hausherren erneut in Front. Axel Duft hatte einen Freistoß in den Strafraum gelupft und Kevin Schenke für Brack aufgelegt (12.). Danach durfte sich Daniel Menzel auszeichnen, als er einen Schuss von Christian Gerold parierte (13.). Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung hatte Stephan Ludwig eine geniale Idee. Sein Pass in den Lauf des spielfreudigen Kevin Schenke war die Vorbereitung zum 3:1 (17.). Die Weidaer schlugen aber erneut schnell zurück. Sören Kraft konnte Christian Gerold im Strafraum nur unfair stoppen und der gefoulte selbst ließ sich die Gelegenheit vom Punkt nicht nehmen. Sein Strafstoß war scharf und platziert, sodass Menzel völlig chancenlos war (20.). Die Akteure gönnten sich und den Fans keine Atempause. Nach nicht einmal 30 Minuten stand es 4:2, weil Peter Thurnbacher einen feinen Pass von Axel Duft freistehend vor Jan Funk veredelte (28.). Patrick Rothe hätte um ein Haar Sekunden später nachgelegt, er kam einen Meter vor dem Tor mit dem Kopf aber nicht mehr richtig an eine Thurnbacher-Flanke heran (30.). Weida's Sebastian Görler bot sich dann aus 8 Metern eine tolle Chance, er zielte bei seinem Volleyschuss aber vorbei. Besser machte es Kevin Schenke. Er köpfte eine Flanke von Patrick Rothe ins Netz und zog mit diesem Treffer mit Sebastian Caspar in der Torschützenliste gleich. Beide hatten nun 21 Tore auf dem Konto. Noch vor der Pause hätte er die Torjägerkanone für sich allein reservieren können, doch erst schoss er aus 10 Metern über den Kasten (40.), dann parierte Jan Funk stark (40.) und schließlich zielte er Millimeter vorbei, nachdem er die gesamte Weidaer Defensive ausgedribbelt hatte (45.). Zu diesem Zeitpunkt hatte sich einer schon den verdienten Applaus für eine ganz starke Saison abgeholt. Daniel Menzel durfte nach 43 Minuten raus und so kam Christoph Sternadel zu seinem ersten Einsatz in der Landesliga. Und weil es für einen so jungen Keeper toll ist, wenn er sich gleich beweisen kann, ließen seine Vorderleute direkt zwei Großchancen der Gäste zu. Doch Sternadel klärte erst in höchster Not mit dem Fuß (44.) und verhinderte dann auch gegen den freistehenden Benjamin Liepold mit großer Parade einen Gegentreffer (45.).

Nach dem Seitenwechsel ließen es die beide Mannschaften etwas ruhiger angehen. Das heißt aber nicht, dass es keine Torchancen mehr gab. Sie wurden nur nicht mehr so konsequent genutzt. So wollte Peter Thurnbacher lieber seinen Mitspieler bedienen, anstatt aus aussichtsreicher Position selbst draufzuhalten (53.) und auch Sören Kraft suchte nicht den direkten Abschluss sondern vertändelte den Ball bei der Annahme (65.). Pech hatte der Weidaer Sebastian Görler, dessen ansatzloser Schuss aus 18 Metern an die Latte klatschte (57.). Als aufmerksamer Rückhalt zeigte sich Christoph Sternadel, als er eine gefährliche Flanke über die Latte lenkte (66.). Binnen 2 Minuten hätten Patrick Rothe (75. / per Kopf vorbei), Stephan Ludwig (77. / Jan Funk hält) und Peter Thurnbacher per Lupfer (77.) das Ergebnis deutlich höher gestalten können, waren aber ebensowenig erfolgreich wie auf der anderen Seite Sven Otto, der aus 16 Metern nur den Innenpfosten traf. Weil Axel Duft sich nach 75 Minuten seinen verdienten Applaus abholen durfte, war der etatmäßige Strafstoßschütze nicht mehr auf dem Platz. Als Kevin Schenke in der 85. Minute nur unfair gestoppt werden konnte, war also die Frage: wer schießt? Die Entscheidung fiel per "Schnick-schnack-schnuck" zwischen Cornelius Brack und Kevin Schenke. Dabei gewann der junge Stürmer. Im Duell mit Jan Funk war er aber unterlegen, was im Endeffekt dazu führte, dass Sebastian Caspar und Kevin Schenke mit je 21 Toren gemeinsam die besten Torschützen der Landesliga sind. Trotz Schenke's Fehlschuss zappelte das Leder aber noch zweimal im Netz. Erst traf Sören Kraft mit feinem Kopfball nach einer Ecke (88.), quasi mit dem Schlusspfiff verkürzte Dominik Kurz nach einem Konter und Zuspiel von Sven Otto auf 3:6 (90.).

Dann beendete der souveräne Unparteiische Carsten Östreich die Partie und ließ den Feierlichkeiten ihren Lauf. Nach der Medaillen- und Pokalübergabe feierten Spieler und Fans gemeinsam bei Freibier der Apoldaer Vereinbrauerei auf dem Göldner die Meisterschaft. Da sich auch Michael Weise von SAK, die Herren Tetzel und Schmechel von "Gebäudetechnik Sondershausen", der Hausmeisterservice Joachim Mindt, Zimmerei und Treppenbau Huke & Söhne, die Fleischerei Rüdiger Klein, Tobias Schneegans und Carsten Tettenborn vom Bowling- und Kegelcenter, Dr. Helmut Springer, Karin Springer, die Firma "Optik am Markt" und der Vorstand des BSV Eintracht spendabel zeigten, war die Feierkasse gut gefüllt.

Am Abend ließ die Mannschaft die Saison im internen Kreis auf dem Straußberg ausklingen und feierte bis tief in die Nacht eine überragende Saison, mit der in dieser Form wahrlich nicht zu rechnen war.

Alles Wissenswerte rund um den Thüringer Fußball gibt es auch auf...



 : : Fotos von Jens Ortschig