01.05.2026
Aufstiegsverzicht - Eintracht auch 26/27 in der Landesklasse
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Am gestrigen Tag endete die Frist zur Abgabe verbindlicher Erklärungen hinsichtlich eines möglichen Aufstiegs gegenüber dem Thüringer Fußballverband. Nach langen und intensiven Beratungen hat sich der Vorstand dazu entschieden, im Falle einer sportlich erreichten Qualifikation das Aufstiegsrecht am Ende der Saison 2025/26 nicht wahrzunehmen.

Diese Entscheidung ist uns keineswegs leichtgefallen – gerade vor dem Hintergrund, dass die Thüringenliga perspektivisch weiterhin unser sportliches Ziel bleibt. Nach sorgfältiger Abwägung aller Argumente sehen wir jedoch aktuell die Voraussetzungen – insbesondere im Hinblick auf unsere Kadersituation – nicht als gegeben an, um einen solchen Schritt bereits jetzt nachhaltig und verantwortungsvoll zu gehen.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Mannschaft gezielt zu verjüngen und zu verstärken. Gleichzeitig müssen wir die aktuelle personelle Lage realistisch einschätzen. Unser Anspruch ist es, eine stabile und konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen, ohne dabei unnötige Risiken einzugehen. Ein Aufstieg zum jetzigen Zeitpunkt würde die Gefahr bergen, die bestehende mannschaftliche Struktur zu destabilisieren und mittel- bis langfristig negative Auswirkungen auf den Verein zu haben. Im Rahmen des Entscheidungsprozesses wurden intensive Gespräche mit Trainern und Spielern geführt.

Im Mittelpunkt unserer Ausrichtung steht die Überzeugung, dass junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs die sportliche Zukunft des Vereins prägen sollen. Ergänzend möchten wir gezielt Spieler aus der Region und dem näheren Umfeld für uns gewinnen. Ziel ist es, talentierten Jugendlichen den Übergang in den Männerbereich zu ermöglichen und ihnen beim BSV Eintracht Sondershausen eine echte sportliche Perspektive zu bieten.

Aktuell sind insbesondere die Kaderbreite und die Altersstruktur ausschlaggebende Faktoren für unsere Entscheidung. Ein Aufstieg würde zusätzliche externe Verpflichtungen notwendig machen, um in der Thüringenliga konkurrenzfähig zu sein. Gleichzeitig stellt die Gewinnung geeigneter Spieler – bedingt durch unsere geografische Lage sowie die infrastrukturellen Rahmenbedingungen und den rückläufigen Nachwuchsbereich in Nordthüringen – eine besondere Herausforderung dar.

Erschwerend kommt die TFV-Aufstiegsregelung hinzu, wonach bereits sechs Spieltage (Das entspricht einem Fünftel der Punktspiele) vor Serienende eine Entscheidung über einen Aufstiegsverzicht zu treffen ist. Die Regelung, nur als Meister aufzusteigen, gibt es nicht mehr. Für uns als Vereine bedeutet dies, dass man unter Umständen auch als Viertplatzierter aufsteigen muss, sofern die bis zu drei Vorplatzierten nicht aufsteigen wollen. Wo soll die Freude und Euphorie im Amateurbereich herkommen, wenn man dann ggf. als Viertplatzierter aufsteigen muss? Im Vergleich zum Profifußball sehen wir hier deutliche Unterschiede, da sich dort wirtschaftlich ganz andere Rahmenbedingungen ergeben.

Der Vorstand hat sich daher bewusst für einen nachhaltigen und langfristig ausgerichteten Weg entschieden. Unser Ziel ist es, mittelfristig wieder in der Thüringenliga zu spielen – jedoch auf einer stabilen Basis, die aus eigener Kraft gewachsen ist. Die positive Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren bestärkt uns in diesem Ansatz. Unser Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere unseren Trainern und Spielern.

Wir sind uns bewusst, dass diese Entscheidung auch Diskussionen auslösen kann. Dennoch stehen wir als Verein geschlossen hinter diesem Kurs. Die Förderung eigener Spieler, die Stärkung des regionalen Fußballs und eine gesunde Mannschaftsentwicklung haben für uns oberste Priorität. Der Aufstiegsverzicht ist daher kein Rückschritt, sondern ein konsequenter Schritt nach vorn.

Auch an unsere Fans und treuen Zuschauer möchten wir uns an dieser Stelle richten: Ihr seid großartig und ein unverzichtbarer Bestandteil unseres BSV Eintracht. Wir wissen, dass euch eine solche Entscheidung emotional bewegt. Umso mehr hoffen wir auf euer Verständnis, dass wir solche Schritte nicht leichtfertig, sondern stets aus unserer Sicht zum Wohle unseres Vereins treffen.

Gerade im Jubiläumsjahr ist es unser Anspruch, nicht nur auf 35 Jahre Vereinsgeschichte zurückzublicken, sondern auch die Zukunft nachhaltig zu sichern – mit dem Ziel, dass die Eintracht auch in den kommenden Jahrzehnten erfolgreich besteht.

In diesem Zusammenhang laden wir euch herzlich ein, uns am Samstag ab 14:00 Uhr beim Heimspiel auf dem Göldner gegen Erfurt Nord zu unterstützen. Lasst uns gemeinsam einen würdigen Rahmen schaffen und unserer Mannschaft die entsprechende Unterstützung bieten.

Der Vorstand
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